Wird die Errichtung einer Badestelle nun endlich in Angriff genommen?

Wie die Verwaltung auf der Stadtvertretersitzung im Juni 2021 mitteilte, soll neben dem aktuell von den Schwaanern zum Baden genutzten Uferabschnitt in Nähe der Warnowbrücke die Errichtung einer öffentlichen Badestelle beantragt werden. Damit könnte das jahrelange Gezerre um eine Bademöglichkeit in Schwaan endlich ein Ende bekommen.

Seit Jahrzehnten verfügt die Stadt nur über eine offizielle Bademöglichkeit, am Campingplatz „Sandgarten“. Der Campingplatz wird seit der Wende von der Stadt verpachtet. Die Pächter als Betreiber müssen den Komplex mit Campinganlage, Bademöglichkeiten, Sanitäranlagen, Spielplatz etc. natürlich kostendeckend bewirtschaften. Die Stadt erreichte damals, dass ihre Bürger für einen Obolus die Badestelle mit Sanitäranlagen nutzen durften. Auf der Stadtvertretersitzung im März 2019 informierte der Bürgermeister, dass die Betreiberin des Campingplatzes im Sandgarten an die Stadtverwaltung herangetreten war und bezüglich der Nutzung der Badestelle um Unterstützung gebeten hatte, da dies zuletzt zunehmend problematischer geworden sei. Die Verwaltung wollte das prüfen. Da in den darauffolgenden Monaten nichts Wahrnehmbares geschah, beauftragten im September 2019 die Stadtvertreter auf Antrag der Grünen den Ausschuss für Jugend, Senioren, Bildung, Soziales und Kultur, nach einer Lösung zu suchen und der Stadtvertretung Variantenvorschläge zu unterbreiten. Die Ausschussvorsitzende Maren Gäde (Grüne) suchte daraufhin das persönliche Gespräch mit der Betreiberin des Campingplatzes. Beide erwogen darin verschiedene Möglichkeiten des Erhalts der Bademöglichkeit am Sandgarten auch für Schwaaner Einwohner. Zu dem Zeitpunkt schien noch alles möglich. Parallel dazu wurden im Ausschuss für die Stadt Alternativen zur Badestelle am Campingplatz diskutiert, um die beste Variante zu finden. Die Verwaltung sollte in Auswertung dessen alles Weitere in die Wege leiten. Zu Beginn des Jahres 2021 fragte Maren Gäde bei der Betreiberin des Sandgarten-Camps nach, wie der Stand der Gespräche mit der Stadtverwaltung zum Thema Bademöglichkeiten für Schwaaner im Sandgarten sei. Die Betreiberin teilte ihr mit, dass die Stadt in der zurückliegenden Zeit nicht mit ihr zum Thema gesprochen habe. Da sie aber im Interesse des Camps und seiner internationalen Gäste handeln musste, habe sie auf eigene Kosten Sanitäranlagen und Badestelle hergerichtet. An einer Unterstützung durch die Stadt habe sie derzeit sowohl Vertrauen als auch Interesse verloren. Nach harscher Kritik des Fraktionsvorsitzenden der Grünen am Rande des Monitoring-Treffens Ende Mai 2021 an der mangelhaften Aktivität der Verwaltung kündigte diese auf der SV-Sitzung am 10. Juni ein Treffen mit den zuständigen Behörden an, um die Einrichtung einer offiziellen Badestelle in Nähe der Warnowbrücke in die Wege zu leiten. Dort hat sich in den letzten Jahren zunehmend eine Badestelle etabliert.

Veranlasst durch die Stadt führt das Gesundheitsamt seit 2019 diese als offizielles Badegewässer. Es wurden auch ein Toilettenhäuschen aufgestellt, ein Rettungsring installiert und ein Hinweisschild angebracht. Wegen der danebenliegenden Slipanlage für das Feuerwehrboot und des gegenüberliegenden Liegeplatzes des „Warnowlöpers“ ist die Stelle aber nicht unstrittig. Das Einrichten einer offiziellen Bademöglichkeit ist ohnehin nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Wegen der Haftungspflichten der Gemeinden für solche Badestellen sind entsprechende Vorkehrungen zu treffen und Vorschriften einzuhalten. Besonders geht es auch um die Verkehrssicherungspflicht und die Aufsichtspflicht über das Badegeschehen. Dazu waren auf Drängen des Städte- und Gemeindetages MV durch das Innenministerium MV am 28.04.2021 endlich auch klarstellende Regelungen zur Sicherheit der Kommunen erlassen worden.

Wir dürfen also gespannt sein, wie sich künftig die Bademöglichkeiten in Schwaan unter Berücksichtigung der rechtlichen Bestimmungen gestalten werden.

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